In die Schatten.

In finstren Schatten, tief und kalt,
dort wo Nachts die stille unsre‘ Zeit verwalt‘,
dort weilt ein Wesen, alt und krum,
kein Herz dort schlägt, alles bleibt stumm.

Ein Wesen, verbannt ins Schattenreich,
fern vom Licht und den Menschen gleich,
erschafft ein saal im Dämmerlicht,
doch ein sterblich wesen dort feiert nicht.

Die Wände schwarz, das Licht verbannt,
die Gäste blass wie Geister, Hand in Hand.
Ihr Tanz ein Wispern und ein raunen,
kern sterblicher würd’s glauben.

Mit Schritten so leise und leicht,
dass es der weichen Seide gleicht,
zieh’n Sie durch den dunklen Saal,
keiner kann erahnen ihre Zahl.

Haut so blass wie kreide
Nur weiße rosen auf der Heide,
ein Herr der Nacht, im stillen Glanz,
verloren tief im schweigenden Tanz.

Kein Mensch wird je die Türen seh’n,
kein Leben durch diese Gänge geh’n.
Nur Schatten, fern von Raum und Zeit,
feiern einen Tanz der Ewigkeit.

Die Gäste raunen im geheimen sacht,
Geladen zum Tanz vom Herrn der Nacht,
Feuchte Kehlen, Volle Leiber
Adrette Damen, wilde Weiber

Wilde Kerle, Schniecke Herr’n
Alle sieht man an jenem Orte gern,
Edle Wesen, dunkle Gestalten,
die sich in der nächte Nebel halten.

Alle Wesen wiegen sich in düstrem‘ reigen,
blass im Mondlicht klingen Geigen,
Wo jeder sich in Schatten wiegt,
wo die Nacht ihre Kinder liebt.

Auf dass Ihre Kinder sie Umarmen
und sich Sie sich gegenseitig umgarnen
bis Mondlicht blass am Himmel schwebt
und jeder in den Schatten lebt.

Und wenn das Morgengrauen bricht,
löst sich der Nebel, der Saal erglänzt im Licht,
bis uns die Dunkelheit erneut befiehlt:
Auf – zum nächsten Tanz, der tief im Schatten spielt.

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